
Die häufigsten Nebenwirkungen der Abnehmspritze betreffen den Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung. Das gilt für Wegovy mit Semaglutid ebenso wie für Mounjaro mit Tirzepatid. Die Beschwerden treten vor allem zu Beginn und nach einer Dosissteigerung auf und sind meist leicht bis mittelschwer. Bei Wegovy waren die Nebenwirkungen laut Fachinformation meist von kurzer Dauer, während die Verstopfung länger anhielt. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse stellt eine ernstzunehmende Nebenwirkung dar und erfordert umgehend ärztliche Behandlung.
Wegovy enthält den Wirkstoff Semaglutid, einen GLP-1-Rezeptoragonisten. Mounjaro enthält Tirzepatid, einen dualen GLP-1- und GIP-Rezeptoragonisten, und ist neben der Gewichtsregulierung auch zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 zugelassen. Beide Arzneimittel sind in Deutschland verschreibungspflichtig und werden einmal wöchentlich mit einem Fertigpen angewendet. Auf dieser Seite stehen die Nebenwirkungen beider Präparate nebeneinander, so wie sie in der jeweiligen Fachinformation beschrieben sind. Das vollständige Profil je Arzneimittel finden Sie auf den Seiten zu den Nebenwirkungen von Wegovy und von Mounjaro.
Bei beiden Präparaten fallen Magen-Darm-Beschwerden in die höchste Häufigkeitskategorie „sehr häufig“ (mehr als 1 von 10 Behandelten). Dabei handelt es sich um Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung. Bauchschmerzen fallen nach den aktuellen Produktinformationen bei beiden Präparaten in diese Kategorie.
In der Kategorie „häufig“ (bis zu 1 von 10 Behandelten) nennen beide Fachinformationen Schwindel, Haarausfall und eine erhöhte Herzfrequenz. Bei Wegovy kommen noch Kopfschmerzen und Gallensteine hinzu. Bei Mounjaro handelt es sich darüber hinaus um verminderten Appetit, Reaktionen an der Injektionsstelle und Überempfindlichkeitsreaktionen.
Die Häufigkeitskategorien stammen aus unterschiedlichen Studien mit unterschiedlichen Teilnehmenden und lassen sich deshalb nicht eins zu eins zwischen den Präparaten vergleichen.
Beide Wirkstoffe wirken über Rezeptoren für Darmhormone: Semaglutid über den GLP-1-Rezeptor, Tirzepatid über den GLP-1- und den GIP-Rezeptor.
Die Behandlung beginnt bei beiden Präparaten mit einer niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen schrittweise auf die Erhaltungsdosis erhöht wird. Die Magen-Darm-Beschwerden treten vor allem nach Beginn der Behandlung und nach einer Dosiserhöhung auf. Wie der Behandlungsplan für die einzelnen Präparate aussieht, erfahren Sie unter Wegovy Dosierung
Eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (akute Pankreatitis) fällt bei Wegovy unter die Kategorie „gelegentlich“ (bis zu 1 von 100 behandelten Patienten).
Seltener, aber ebenfalls in der Produktinformation aufgeführt sind schwere allergische Reaktionen wie eine anaphylaktische Reaktion oder ein Angioödem; sie fallen bei Wegovy in die Kategorie „selten“ (bis zu 1 von 1.000 Behandelten) und bei Mounjaro ebenfalls unter „selten“.
Sehr selten (bis zu 1 von 10.000 Behandelten) ist bei Wegovy eine Erkrankung des Sehnervs aufgeführt, die nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION). Sie kann zu einem schmerzlosen Sehverlust auf einem Auge führen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat diese Nebenwirkung 2025 in die Produktinformationen semaglutidhaltiger Arzneimittel aufgenommen. Bemerken Sie eine plötzliche Veränderung Ihres Sehvermögens, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe. Mit nicht bekannter Häufigkeit führt die Produktinformation von Wegovy außerdem einen Darmverschluss (Ileus) auf.
Beide Arzneimittel dürfen nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung zur Gewichtsregulierung nicht vorgesehen. Bei Kinderwunsch muss die Einnahme des Präparats rechtzeitig vorher abgesetzt werden; welche Frist hierfür gilt, ist in der jeweiligen Produktinformation angegeben.
Besondere Vorsicht gilt unter anderem bei einer Bauchspeicheldrüsenentzündung in der Vorgeschichte, bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen, bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, bei diabetischer Netzhauterkrankung sowie bei einer geplanten Narkose oder tiefen Sedierung. Wer zusätzlich Insulin oder Sulfonylharnstoffe anwendet, hat ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerungen.
Wenden Sie sich umgehend an eine Ärztin oder einen Arzt bei anhaltenden starken Bauchschmerzen, bei plötzlichen Sehstörungen oder bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion. Vermuten Sie eine Nebenwirkung, können Sie diese in Deutschland auch selbst dem BfArM melden.
Das hängt vom jeweiligen Präparat ab. „Abnehmspritze“ ist ein Sammelbegriff für die Darreichungsform, nicht für einen Wirkstoff. Jedes Präparat weist daher in seiner Fachinformation ein eigenes Nebenwirkungsprofil auf. Ein Beispiel für eine Nebenwirkung, die mit der Injektion selbst zusammenhängt, sind Reaktionen an der Injektionsstelle: bei Mounjaro häufig.
Bei Wegovy waren die Magen-Darm-Beschwerden laut Fachinformation meist von kurzer Dauer, während die Verstopfung länger anhielt. Wenn die Beschwerden nach einer Dosiserhöhung noch wochenlang anhalten, entscheidet die Ärztin oder der Arzt, ob und wie die Behandlung fortgesetzt wird.
Das lässt sich aus den Fachinformationen nicht ableiten. Die Häufigkeitskategorien stammen aus verschiedenen Studien mit unterschiedlichen Teilnehmenden und sind daher nicht eins zu eins vergleichbar. Welches Präparat für eine Person in Frage kommt, hängt vom Gesundheitszustand und der Vorgeschichte dieser Person ab und wird von der Ärztin oder dem Arzt beurteilt.
Tritt Übelkeit vor allem nach einer Dosiserhöhung auf, besprechen Sie dies bitte mit der Ärztin oder dem Arzt. Diese oder dieser wird den weiteren Verlauf der Behandlung beurteilen. Passen Sie die Dosis nicht selbst an; maßgeblich ist die Packungsbeilage.
Setzen Sie das Präparat nicht eigenmächtig ab, sondern besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wenn Sie schwanger werden möchten, muss das Präparat rechtzeitig abgesetzt werden; die entsprechende Frist ist in der Packungsbeilage angegeben. Bei Warnzeichen wie anhaltenden starken Bauchschmerzen wenden Sie sich bitte umgehend an einen Arzt. Nach dem Absetzen kann das Körpergewicht wieder ansteigen, da die Wirkung nur während der Einnahme besteht.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information über die Nebenwirkungen von Arzneimitteln zur Gewichtsregulierung und ersetzt keine individuelle ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Angaben zu einzelnen Arzneimitteln entnehmen Sie bitte der jeweiligen Packungsbeilage und Fachinformation. Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder an Ihre Apotheke.
Medizinisch geprüft durch die verantwortliche Apothekerin oder den verantwortlichen Apotheker · Zuletzt aktualisiert am 29.10.2026
Quellen: Fachinformation Wegovy® (Novo Nordisk), Stand [Version ergänzen] · Fachinformation Mounjaro® (Eli Lilly), Stand [Version ergänzen] · § 48 AMG und Anlage 1 AMVV · § 34 Absatz 1 SGB V und Anlage II der Arzneimittel-Richtlinie des G-BA · BfArM, Meldung von Nebenwirkungen.
